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Hauptsache Rollen!

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Die Qual der Wahl – oder die Freude am Testen: Insgesamt 25 Modelle, von Standard bis exotisch, wurden über die Teststrecken gejagt.
© Timo Dillenberger

Erstmals hat nordic sports einen Test zu Skirollern durchgeführt. Womit rollen Ein- und Umsteiger, Naturfreunde, ambitionierte Wettkämpfer und Profis am besten? Hier das Ergebnis unserer insgesamt 75 Testfahrten.

Text: Timo Dillenberger

Dafür, dass Skiroller angeblich ein Nischenprodukt sind, waren wir extrem erstaunt. Nicht nur darüber, wie viele Testpaare unsere Redaktion erreicht haben, sondern auch darüber, wie vielfältig die Hersteller diese an sich doch recht simple Konstruktion interpretieren. Genau deshalb war es für das Team aber teilweise gar nicht so einfach, das Testergebnis einem der technischen Details zuzuordnen. Das wiederum ist ein Grund, dass hier nicht alle Testkandidaten gezeigt werden, sondern nur jene mit dem besten Verhältnis zwischen Laufeigenschaft und Preis – für das entsprechende Läuferniveau!

Bremse oder Vollgas

Für diejenigen, die noch nie auf solchen Skirollern standen: Tatsächlich werden sie im Leistungssport ohne jede Bremse gefahren. Und das, obwohl die Profimodelle deutlich flotter unterwegs sind als die perfekt gewachsten Skier. Teils laufen sie so leicht, dass man das Gefühl hat, mit dem Stockschub gar nicht mehr hinterherzukommen. Gebremst wird normalerweise mit der Pflug-Stellung oder mithilfe enger Kurven. Doch die Hersteller haben drei Lösungen entwickelt: Für Einsteigermodelle gibt es oft sogenannte „Wadenbremsen“. Bei dieser Konstruktionen vorschiebt man des entsprechende Bein und drückt auf die hintere Rolle, um zum Beispiel im Verkehr oder vor Kurven langsamer zu werden. Fischer bietet hier eine Variante zur Montage am Schuh an, die mit den meisten Rollern kompatibel ist.

Zweite Möglichkeit sind sogenannte „Speedreducer“. Das sind kleine Metallrollen, die fest auf die Räder gepresst werden und so von vorneherein weniger Speed zulassen, perfekt für Abfahrten, kraftvolles Stocktraining oder für Anfänger mit Angst vor der Geschwindigkeit. Als dritte Möglichkeit findet sich im Angebot der Hersteller eine Auswahl an Rollen mit mehr oder weniger leichten Laufeigenschaften. Zu den Rolleigenschaften kommt der Grip hinzu. Im Test kam es hier vor allem bei den schnellen Skatern sowie auf nasser Strecke zu größeren Unterschieden bei den getesteten Modellen, während sich bei den breiten Classic-Rädern eher die Form der Lauffläche als entscheidend erwies. Komplett flache „Walzen“ helfen, den Ski gerade und in Laufrichtung „einzuschieben“, dafür lassen bauchigere bzw. leicht angespitzte Rollen durch leichtes Kippen auch Kurven im Diagonalschritt zu, ohne die Ski quasi neu aufsetzen zu müssen.

Richtig große Rollen

Apropos neu: Gleich sechs Testmodelle gehören einer Gattung von Skirollern an, die man so vor Jahren noch ganz selten sah. Die Rede ist von den Cross-Varianten mit deutlich größeren und luftgefüllten Reifen. Besonders diese haben beim Testen viel Spaß gemacht. Sie rollen weniger träge als erwartet, lassen sich mittels Luftdruck auf schneller oder langsamer „programmieren“ – und vor allem eröffnen sie eine Fülle von Wegstrecken, bei denen man sich mit kleineren Rollen deutlich mehr auf Löcher, Steine oder Äste konzentrieren müsste.

Den kompletten Test sowie weitere Artikel finden Sie im Magazin nordic sports 3/19.

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