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Schempp beendet Karriere

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Nach knapp zwölf Jahren im Weltcup hat Simon Schempp seine Biathlon-Karriere beendet.
© imago

Mit 32 Jahren hängt einer der erfolgreichsten deutschen Biathleten des vergangenen Jahrzehnts sein Gewehr an den Nagel.

Vier Weltmeistertitel, drei olympische Medaillen und zwölf Einzelweltcupsiege, dazu sechs mit der Staffel – die Karrierebilanz des Simon Schempp kann sich wirklich sehen lassen. Am 28. Januar hat der am 14. November im baden-württembergischen Mutlangen geborene und in Uhingen aufgewachsene Athlet das Ende seiner Karriere verkündet. Nach großen Erfolgen im Juniorenbereich mit zwei Staffel-WM-Titeln 2007 und 2009 gab Schempp am 11. März 2009 sein Weltcup-Debüt. Bereits 2010 gewann er mit der StaffelW Wm-Gold in Chanty-Mansijsk. Es folgten viele weitere große Rennen. Bei Weltmeisterschaften gewann er bis 2017 insgesamt acht Medaillen, unter anderem zwei weitere Male Gold in Staffelrennen (2015 und 2017) Einen Höhepunkt seiner Laufbahn stellte der Sieg im Massenstart in Hochfilzen 2017 dar, sein einziger Einzelsieg bei einem Großevent. Bei Olympia 2018 in Pyeongchang holte er in derselben Disziplin „nur“ Silber – eine von vier olympischen Medaillen insgesamt.

Im Weltcup war der Schwabe, der seit einigen Jahren mit Biathletin Franziska Preuß liiert ist, über Jahre einer der Top-Herausforderer von Martin Fourcade, den er er einige Male bezwingen konnte. Im Gesamtweltcup wurde er zwei Mal Vierter (2015 und 2016), in der Sprint-Wertung ein Mal zweiter.

In der Saison 2018/19 konnte er nach einem Radunfall im Sommer und anschließender Schulter-OP nicht mehr an frühere Leistungen anknüpfen – bis zuletzt kämpfte er um den Anschluss, den er aber nicht mehr schaffte. Über seine Social-Media-Kanäle nahm er nun emotional Abschied vom Biathlon:

„Es war eine unheimlich intensive, fordernde, lehrreiche, aber vor allem eine wunderschöne, erfolgreiche Reise. Dank Dir, liebes Biathlon, durfte ich große Erfolge feiern, die immer in meinem Kopf und vor allem in meinem Herzen bleiben! Seit einiger Zeit spüre ich jedoch, dass mein Körper nicht mehr voll belastbar ist, und an diesem Zustand konnte leider auch mein unbändiger Wille nichts ändern. Schlussendlich konnte ich nicht mehr der Biathlet sein der ich lange war, weder im Wettkampf noch im Training. Dieses Signal kann und will ich nicht länger ignorieren.

Deshalb ist es nun an der Zeit, meine aktive Karriere als Biathlet zu beenden! Natürlich war das die schwerste Entscheidung meiner Laufbahn, aber es fühlt sich gut und genau richtig an.“

Simon Schempp möchte nun ein Hochschul-Studium beginnen.

Simon Schempps Karriere in Zahlen:

WELTCUP

Debüt 11.03.2009 (Vancouver)

Letztes Rennen: 09.01.2021 (Oberhof, Verfolgung)

Siege:

12 (Einzelrennen, 2014–2017); 6 (Staffel + Mixed-Staffel, 2010–2017)

Rankings:

Gesamtweltcup: 2 x 4. (2014/15, 2015/16)

Sprintweltcup: 1 x 2. (2015/16)

Massenstartweltcup: 1 x 2. (2016/17)

Verfolgungsweltcup: 1 x 4. (2014/15)

Einzelweltcup: 2 x 9. (2015/16, 2017/18)

WELTMEISTERSCHAFTEN

Von 2010–2017: 4 x Gold (Massenstart + Staffel + Mixed-Staffel), 2 x Silber (Staffel, Mixed-Staffel), 2 x Bronze (Staffel)

OLYMPISCHE SPIELE

2018: Silber Massenstart + Silber Staffel

2014: Silber Staffel

JUNIOREN-WELTMEISTERSCHAFTEN

2007-2009: 2 x Gold, 1 x Silber, 2 x Bronze

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