Daria, die Große

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Der große Moment: Bei den Spielen in 
Sotschi 2014 holte Daria Domracheva 
gleich drei Goldmedaillen.
© imago/Bildbyran

Beim Biathlon auf Schalke 2018 hat Daria Domracheva ihr letztes Rennen bestritten. Keine Biathletin hat je mehr Goldmedaillen geholt als die Weißrussin, die auf eine extrem erfolgreiche Karriere zurückblickt – jetzt gilt ihre Aufmerksamkeit aber ganz Töchterchen Xenia.

Text: Mick Oberbusch

An einem Abend, der sich eigentlich gar nicht um Daria Domracheva dreht, fällt ihre Entscheidung endgültig. Freunde, Verwandte und Größen des Wintersports finden sich im Juni dieses Jahres mit etwa 200 Gästen ein, um mit Ole Einar Bjoerndalen auf einer Gala dessen Karriere zu zelebrieren. Der erfolgreichste männliche Wintersportler aller Zeiten hängt seine Ski endgültig an den Nagel und lässt sich gebührend feiern – das bringt im Hintergrund auch seine Ehefrau zum Grübeln.

Wenige Tage später tritt Domracheva vor die Presse und verkündet ihr Karriere-ende. „Es ist eine wohlüberlegte, aber schwierige Entscheidung“, sagt die damals 31-Jährige. „Ich habe lange nachgedacht, doch es ist Zeit, einen Punkt zu machen.“ Die Verkündung fällt ihr sichtlich nicht leicht, ihre Lippen zittern – es entsteht der Eindruck, als wolle sie eigentlich noch gar nicht Schluss machen. Sie tut es trotzdem. Und mit ihr verliert der Wintersport eines seiner schillerndsten Aushängeschilder. Sie hat den Sport über viele Jahre geprägt und sich so Legendenstatus erarbeitet.

Am 3. August 1986 wird Daria Ulad-simirauna Domracheva im weißrussischen Minsk geboren. Sie wächst in Njagan in der Region Chanty-Mansijsk in Sibirien auf und kommt 1999 zum Biathlon. Schnell zeichnet sich ab, dass die kleine Daria das Zeug für die Weltspitze hat, 2005 startet sie in Kontiolahti und gewinnt im Sprint und in der Verfolgung die Juniorenweltmeisterschaft. 2006/07 bestreitet sie ihre Debütsaison im Erwachsenen-Weltcup, in Hochfilzen läuft sie in ihrem dritten Rennen erstmals unter die Top Ten – sie landet auf Platz fünf.

Domracheva macht sich einen Namen, startet bei prestigeträchtigen Rennen – und hat eine eisenharte Konkurrentin. Zu einer gewissen deutschen Biathletin namens Magdalena Neuner entwickelt sich schon früh eine Rivalität, bei der Domracheva meist das Nachsehen hat: 2007 muss sie sich Neuner in der Verfolgung geschlagen geben. Beide haben großen Respekt für-einander, nach dem Rücktritt Neuners Jahre später sagt die Weißrussin: „Ich bin sehr enttäuscht, dass sie ihre Karriere so früh beenden wird. Ich würde gerne noch länger gegen Lena antreten, denn sie ist sehr stark und eine der besten Athletinnen überhaupt.“

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Domracheva und Ole-Einar Bjoern
dalen – das Traumpaar des Wintersports.
© imago/Bildbyran

STATISTIK

An der Spitze: Auch wenn Kati Wilhelm und Uschi Disl mehr Medaillen bei Olympischen Spielen holen konnten als Daria Domracheva – keine andere Biathletin kommt auf insgesamt vier goldene!

1. Daria Domracheva (BLR) 4 x Gold/1 x Silber/1 x Bronze

2. Kati Wilhelm (GER) 3/3/1

3. Anastasiya Kuzmina (SVK) 3/3/0

4. Uschi Disl (GER) 2/4/3

5. Olga Saizeva (RUS) 2/2/0

Den vollständigen Artikel lesen Sie in nordic sports, 5/18.

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