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Para-Biathlon-WM: Deutsche Teilnehmer und ihre Chancen

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Debütantin: Die 16-jährige Leonie Walter (St. Peter) wird mit ihren Guide Frank Wagner erstmals an einer WM teilnehmen.
© Martin Haag / nordski.de.

Bundestrainer Ralf Rombach hat 14 Athleten inklusive fünf Guides für die Para-Biathlon-Weltmeisterschaft in Östersund, Schweden vom 12. bis 15. März nominiert. Welche deutschen Teilnehmer haben die größten Medaillenchancen?

Beim Heim-Weltcup von Finsterau im Bayerischen Wald Anfang Februar hatten die deutschen Para-Biathleten die letzte Gelegenheit, sich für die WM ab 12. März in Östersund zu empfehlen, danach hat Bundestrainer Ralf Rombach seine Nominierungen bekanntgegeben. Das Ticket nach Jämtland gelöst haben Andrea Eskau (USC Magdeburg), Anja Wicker (MTV Stuttgart) und Martin Fleig (Ring der Körperbehinderten Freiburg) in der sitzenden Konkurrenz, Alexander Ehler (SV Kirchzarten) bei den Stehern, dazu fünf Vertreter bei den Sehbeeinträchtigten: Clara Klug (PSV München, mit Guide Martin Härtl), Vivian Hösch (SV Kirchzarten, mit Florian Grimm), Johanna Recktenwald (Biathlon-Team Saarland, mit Jean-Luc Diehl), Leonie Walter (SC St. Peter, mit Frank Wagner) und Nico Messinger (Ring der Körperbehinderten Freiburg, mit Robin Wunderle).

Erste reine Para-Biathlon-WM

In Östersund wird es übrigens die erste WM des nordischen Para-Skisports mit reinem Biathlon-Programm geben. Dem traditionell im Para-Biathlon stärker als im Para-Skilanglauf auftrumpfenden Team Deutschland kommt das gelegen. Die Erwartungen sind dennoch gedämpft – aus zwei Gründen. Da ist zum einen die russische Konkurrenz, die seit Dezember 2019 nach mehrjähriger Sperre wieder startberechtigt ist und den Weltcup zuletzt prompt mächtig aufmischte. In der Gesamtwertung finden sich unter den besten fünf der fünf Kategorien mit deutscher Beteiligung bei dieser WM mehr Russen als Vertreter anderer Nationen. Zum zweiten scheint Ralf Rombachs Schützlingen in diesem Winter das Pech an den Sohlen zu kleben. Andrea Eskau, Clara Klug und Nico Messinger mussten zuletzt krankheitsbedingt passen, zum Ende des Finsterauer Weltcups erwischte es auch noch Martin Fleig.

Rombach behält die Ruhe

Die Flinte ins Korn zu werfen kommt für den Bundestrainer dennoch nicht infrage. „Wir haben noch Zeit, um fit zu werden“, sagt Ralf Rombach, der vom 21. Februar an mit seiner Mannschaft ein zehntägiges Trainingslager in Ridnaun (Südtirol) absolvieren wird. Bis dahin sollen auch die Rekonvaleszenten so weit sein, sich den letzten Schliff für Schweden zu holen.

Aussichtsreichster Medaillenkandidat im deutschen Team ist der Gundelfinger Martin Fleig. Für den 30-Jährigen, die 2017 in Finsterau Doppelweltmeister wurde und im vergangenen Jahr in Prince George (Kanada) zwei Silbermedaillen im Biathlon holte, ist es bereits die siebte WM-Teilnahme. Seine Konkurrenz ist groß. Der Russe Ivan Golubkov war in der bisherigen Saison kaum zu schlagen, seine Teamkameraden Danila Britik und Aleksandr Davidovich sind ebenfalls zu beachten, genau wie das ukrainische Supertalent Taras Rad und der US-Amerikaner Daniel Cnossen. Fleig aber hat in diesem Weltcup-Winter mehrfach bewiesen, dass mit ihm zu rechnen ist. Beim jüngsten Weltcup in Finsterau schaffte er es zweimal aufs Treppchen.

Für die Münchnerin Clara Klug und ihren Begleitläufer Martin Härtl ist eine Wiederholung ihres Dreifach-Erfolgs bei der WM 2019 außer Reichweite. Die Russinnen Vera Khlyzova und Anna Panferova haben das Niveau bei den Frauen mit Sehbeeinträchtigung auf ein neues, gewaltiges Niveau gehoben. Auch Mikhalina Lysova (ebenfalls Russland) und Sviatlana Sakhanenka (Weißrussland) mischen kräftig mit, dazu Klugs Dauerrivalin der vergangenen Winter, Oksana Shyshkova aus der Ukraine. Eine Medaille in Östersund wäre für das Team Klug/Härtl daher schon ein schöner Erfolg.

Hoffnung für Alexander Ehler, Premiere für Leonie Walter

Der Team-Oldie und das Mannschaftsküken fiebern den Wettkämpfen in Östersund gleichermaßen entgegen. Alexander Ehler (50), zuletzt häufig mit seinen Leistungen und Resultaten unzufrieden, hat die hügeligen Strecken beim Weltcup im Januar 2019 kennen und lieben gelernt. Zweimal schaffte er es dort unter die Top drei. Ein ähnlicher Erfolg gilt diesmal als unwahrscheinlich – heranschnuppern an die Weltspitze will der Emmendinger aber. Für Leonie Walter (16) ist es der erste Auftritt bei einer Weltmeisterschaft. Sie soll Erfahrungen sammeln – und genießen.

Gut präsentieren wollen sich Nico Messinger, Johanna Recktenwald und Vivian Hösch, die 2015 im Biathlon-Sprint von Cable (USA) Bronze holte und nun nach ihrem Comeback im vergangenen Dezember auf die WM-Bühne zurückkehrt. Bei Andrea Eskau, deren primärer Fokus auf die Handbike-Wettbewerbe bei den Paralympischen Spielen von Tokio in diesem Jahr gilt, hängen die Erfolgschancen genau wie bei Anja Wicker im Wesentlichen von der Streckenführung für die Schlitten ab. Die schwedischen Organisatoren sollen den Zuschnitt im Vergleich zu jenem im Weltcup 2019 verändert haben.

Die WM startet am Donnerstag, 12. März, mit dem Einzelrennen (12,5 km in den sitzenden Klassen, 15 km bei Stehern und Sehbeeinträchtigten). Für Samstag, 14. März steht ein Sprint (6 km/7,5 km) auf dem Programm, bevor es zum Abschluss ein Rennen über die Mitteldistanz (10 km/12,5 km) geben wird.

Quelle und weitere Infos: www.nordski.de

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