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DSV-Langläuferinnen Böhler, Ringwald und Schicho hören auf

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Sandra Ringwald war zuletzt Deutschlands Top-Sprinterin. Nun hat sie ihre Karriere beendet.
© imago images/ Sven Simon

Gleich drei etablierte DSV-Langläuferinnen beenden ihre aktive Laufbahn: Steffie Böhler (38), Sandra Ringwald (28) und Elisabeth Schicho (28).

Steffi Böhler blickt auf 18 Jahre im Weltcup, sieben Weltmeisterschaften und vier Olympische Spiele zurück. Zu den größten Erfolgen der 38-jährigen Schwarzwälderin zählen zweimal olympisches Edelmetall sowie eine WM-Medaille mit der Staffel.

Das letzte großes Ziel der Athletin vom SC Ibach war die Teilnahme an der Nordischen Skiweltmeisterschaft in Seefeld. Ein Wildunfall im Herbst 2018 und ein daraus resultierendes Schleudertrauma ließen jedoch keine Rennen in der abgelaufenen Saison mehr zu.

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Steffie Böhler prägte den deutschen Skilanglauf fast zwei Jahrzente lang.
© imago images/ Sven Simon

Erfolge im Weltcup und bei Großereignissen

Steffi Böhler war über nahezu zwei Jahrzehnte eine feste Größe der deutschen Skilanglauf-Mannschaft. Im Dezember 2001 gab die ehemalige Schülerin des Skiinternats Furtwangen in Garmisch-Partenkirchen ihr Weltcup-Debüt. In der darauffolgenden Saison lief sie zusammen mit Viola Bauer im Teamwettbewerb von Oberhof auf Rang drei und feierte damit ihr erstes Weltcup-Podest. Insgesamt erzielte die sympathische Schwarzwälderin zwei Einzel- und 16 Team-Podestplatzierungen in der Königsklasse. Dabei reüssierte sie zwei Mal mit der Staffel und ein Mal im Team-Sprint. Insgesamt blickt Böhler auf 343 Weltcupstarts zurück.

Auch bei Großereignissen war die Sportsoldatin vor allem im Team erfolgreich: 2006 gewann sie olympisches Silber in Turin, 2007 WM-Silber in Sapporo und 2014 Bronze bei den Olympischen Spielen in Sotschi - alles jeweils mit der DSV-Staffel.

Sieg über den Krebs

Ihr größter persönlicher Triumph war jedoch der Sieg über ihre Krebserkrankung. Nachdem 2012 ein bösartiger Tumor in Böhlers Schilddrüse entdeckt worden war, kämpfte sie tapfer gegen die Krankheit und um einen erfolgreichen Wiedereinstieg in den Sport. Der wurde nur zwei Jahre später mit ihrer zweiten olympischen Medaille belohnt.

Steffi Böhler wird für ihre sportlichen Leistungen mit der Silbernen Ehrennadel des Deutschen Skiverbandes ausgezeichnet.

Andreas Schlütter, Sportlicher Leiter Skilanglauf, sagt: „Steffi ist eine verdiente Athletin und hat der Mannschaft in den letzten Jahren mit ihrem Erfahrungsschatz sicher ein Stück weit ihren Stempel aufgedrückt. Sie war sich nie zu schade, hohe Trainingsbelastungen anzunehmen, und wurde dafür auch belohnt. Steffi blickt auf eine erfolgreiche und lange Karriere zurück. Sie war immer eine Stütze in der Mannschaft. Wir werden sie vermissen und wünschen ihr für ihre Zukunft nur das Beste."

Sandra Ringwald zieht sich nach neun Jahren im Weltcup vom aktiven Leistungssport zurück. Ringwald avancierte in den letzten drei Jahren zur besten Sprinterin Deutschlands. Beim diesjährigen Weltcup im italienischen Cogne lief sie als Zweite zu ihrem ersten Weltcup-Einzelpodest. Zuvor stand die 28-Jährige 2016 schon einmal mit Hanna Kolb im Team-Sprint sowie 2017 mit der deutschen Staffel auf dem Podium.

Die Sportsoldatin erreichte in ihrer Karriere weitere 23 Top-10-Platzierungen in der Königsklasse, holte 2013 Silber bei der Juniorenweltmeisterschaft in Liberec und vertrat Deutschland bei vier Weltmeisterschaften sowie den Olympischen Spielen 2018 in Südkorea. In Pyeongchang gehörte Ringwald zu den zehn besten Sprinterinnen der Welt.

Sandra Ringwald wird für ihre sportlichen Leistungen mit der Silbernen Ehrennadel des Deutschen Skiverbandes ausgezeichnet.

Andreas Schlütter zum Karriereende von Ringwald: „Sandra ist derzeit Deutschlands beste Sprinterin und hat sich erst in diesem Winter ihr erstes Einzelpodest erkämpft. Sie ist außerdem sehr lebensfroh und hat dadurch immer für gute Stimmung in der Mannschaft gesorgt. Dass sie ihre Karriere nun beenden möchte, ist sehr schade. Dennoch respektieren wir ihre Entscheidung natürlich und wünschen ihr für den neuen Lebensabschnitt alles erdenklich Gute. Sie hinterlässt in jedem Fall ein Loch, sportlich wie persönlich“, sagt

Elisabeth Schicho vom SC Schliersee beendet ebenfalls ihre aktive Karriere. Die Juniorenweltmeisterin im Sprint von 2014 absolvierte zwischen 2012 und 2019 insgesamt 48 Weltcupstarts. Dabei platzierte sich die Zollbeamtin drei Mal im Team-Sprint und zwei Mal in einem Einzelrennen unter den besten Zehn der Welt. Im Alpencup stand die 28-Jährige neun Mal auf dem Podium, zwei Mal als Siegerin.

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Elisabeth Schicho startete von 2012 bis 2019 48 Mal im Weltcup.
© imago images/ Arvid Müller

Andreas Schlütter zum Karriereende von Schicho: „Elisabeth hat ihre größten Erfolge bei der U23-WM und im Alpencup gefeiert und sich dadurch immer wieder für den Weltcup empfohlen. Durch ihre Frohnatur hat sie sich immer bestens in die Mannschaft integriert und dabei einige Male in der erweiterten Weltspitze angeklopft. Ich wünsche mir, dass sie, wie auch Steffi und Sandra, der Langlauffamilie treu bleibt. Es wäre ein großer Gewinn, wenn alle ihre Leidenschaft auf dem ein oder anderen Weg auch an folgende Generationen weitergeben würden."

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