It’s Showtime!

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Typisches Bild: Johannes Hoesflot Klaebo kommt als Erster ins Ziel.
© Getty Images

Klaebo gegen Bolshunov, Klaebo gegen Pellegrino, Nilsson gegen Falla – der kommende Langlauf-Winter hält wieder einige packende Duelle bereit. Daneben darf man gespannt sein, ob eine Läuferin die totale Dominanz von Therese Johaug im Distanz-Bereich brechen kann.

Der eine ein ausgefuchster Taktiker, ein Spieler, ein Showman mit lässiger Ausstrahlung. Der andere ein Powerbolzen, der nur eines kennt: Vollgas! Das Duell Johannes Hoesflot Klaebo gegen Alexander Bolshunov verspricht für den kommenden Winter prickelnde Spannung – und bestes Entertainment. Wie in der vergangenen Saison, als das Kräftemessen der beiden im Weltcup-Finale in Quebec kulminierte. Der Russe startete als Zweiter 52 Sekunden hinter dem führenden Norweger ins abschließende Verfolgungsrennen und hatte die Chance, diesem die große Kristallkugel für den Sieger des Gesamtweltcups noch zu entreißen, wenn er als Erster ins Ziel kommen würde. Verblüffend schnell hatte er den Rückstand aufgeholt, nebenbei noch Alex Harvey mitgezogen, und drückte dann weiter auf die Tube, um den Kanadier und vor allem Klaebo abzuhängen. Doch der ausgebuffte Titelverteidiger aus Norwegen schüttelte seinerseits die Konkurrenten am letzten Anstieg kurz vor dem Ziel mit einem unwiderstehlichen Antritt ab und triumphierte. „Den Gegner abgekocht“, nennt man so was wohl.

Cleverness contra Angriffslust

Die taktische Cleverness ist ein Grund dafür, dass Klaebo mit seinen 23 Jahren schon viele große Titel gesammelt hat. Je drei Olympiasiege und Weltmeistertitel stehen für ihn zu Buche, dazu gewann er zwei Mal den Gesamtweltcup, den Sprint-Weltcup gleich dreimal sowie zuletzt die Tour de Ski. Dagegen beeindruckt Bolshunov, der am letzten Tag dieses Jahres ebenfalls 23 wird, zwar mit Angriffslust und Ausdauer, muss sich aber oft mit Rang zwei zufriedengeben: dreimal bei Olympia 2018, viermal bei der WM in Seefeld – und auch in der Weltcup-Gesamtwertung 2018/19. Bolshunovs einziger wirklich großer Sieg bisher: der 50er am Holmenkollen in Oslo im März.

Klar, Klaebo hat die (noch) stärkeren Teamkollegen, da sind Siege in den Staffeln und Teamsprints fast Pflicht. Dazu gewinnt der Mann mit dem Stakkato-Schritt fast jeden Sprint, in dem er startet (2018/19 neun von elf in Weltcup und WM), während Bolshunov in Distanzrennen seinem Kontrahenten zwar überlegen, aber insgesamt bei weitem nicht so dominant ist. So kann Klaebo einfach mal auf den ein oder anderen Olympia- und WM-Distanzwettkampf verzichten und trotzdem Titel abräumen, während Bolshunov reihenweise großartige Rennen läuft, aber bisher durchweg nur Silber oder Bronze (Olympia-Sprint) holt.

Doch wie es war, muss es nicht bleiben. Beim Rollski-Event „Toppidrettsveka“ im August drehte Bolshunov den Spieß rum, überflügelte im Jagdrennen Klaebo noch und holte sich den Gesamtsieg. Ein Fingerzeig für die kommende Saison? Klaebos Ehrgeiz wird es sicher sein, auch im Distanzbereich stärker zu werden. Im Sommer trainierte er bereits im norwegischen Allrounder-Team mit Didrik Toenseth, Niklas Dyrhaug und Emil Iversen. „Ich werde heftig verprügelt“, sagte der Sprintspezialist im September drastisch über die Trainingsvergleiche mit seinen Landsleuten. Die widersprachen jedoch: „Alles halb so wild“, meinte etwa Iversen. Nur längere Strecken bergauf lägen dem Jungstar nicht.

Den kompletten Artikel finden Sie in nordic sports 4/19.

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